Leben im Munotgraben

ein Wildgehege für Damhirsche

Im 19. Jahrhundert hatte die Stadtbefestigung Schaffhausens ihre Funktion verloren und wurde grossenteils abgebrochen. Den nutzlos gewordenen Grabenabschnitt beim Munot baute man 1905 auf Antrag des Verschönerungsvereins Schaffhausen in ein Wildgehege für Damhirsche um.

Die eleganten Tiere sind bis heute die heimlichen Stars der Festung. Sie sind teilweise sogar namentlich bekannt, trägt doch der Hirsch im Rudel traditionell immer den Namen des amtierenden Stadtpräsidenten.

Daneben finden viele weitere Tiere hier eine «geschützte» Heimat. In Büschen brüten Rotkehlchen, Meisen und Sperlinge. Tauben und Dohlen haben sich in den Mauernischen eingenistet. Die Haselsträucher locken Eichhörnchen und Mäuse. Selbst ein Fuchs wurde schon gesichtet. Und wer darauf achtet, kann in den dunkeln Winkeln der Gänge bisweilen auch Fledermäuse entdecken.

Bild: Stadtarchiv Schaffhausen, J 02.05.03/01

Seit über 100 Jahren leben im Munotgraben Damhirsche. Die eleganten Tiere und insbesondere die Jungtiere im Frühjahr sind eine der Attraktionen des Munots. Fotoaufnahme ca. 1920.


Jedes Jahr sind zahlreiche Dohlen (a) auf dem Munot zu Gast. Die schlauen Höhlenbrüter fühlen sich sichtlich wohl auf den Zinnen über Schaffhausen. Aber auch Sperlinge (b), Tauben (c), Kohlmeisen (d) sowie Elstern (e) und Rotkehlchen (f) lassen sich hier beobachten.